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Neues DFG Forschungsprojekt im Schwerpunktprogramm VGIscience

Zahlreiche Katastrophen und Großschadenslagen haben in den letzten Jahren verdeutlicht, dass Social Media Daten und insbesondere Volunteered Geographic Information (VGI) eine immer wichtigere Rolle in der Katastrophenhilfe spielen. "Jedoch gehen mit der effektiven Datenauswertung in zeitkritischen Bereichen zahlreiche Herausforderungen wie z.B. die Datenvielfalt oder die Datenmenge einher. Digital Freiwillige haben großes Potential, Entscheidungen in der Katastrophenhilfe durch die Analyse von VGI zu verbessern", sagt Prof. Frank Fiedrich, Leiter des Lehrstuhls für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit.

Freiwillige, die sich digital vernetzen und virtuell zusammenarbeiten, können lagerelevante und krisenbezogene Informationen aus sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder YouTube identifizieren, verifizieren, analysieren und bewerten. Digitale Freiwilligenorganisationen, wie z.B. das Humanitarian OpenStreetMap Team (HOT), haben sich im Laufe der Zeit stark professionalisiert. Parallel zu diesen Entwicklungen gründen immer mehr Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sogenannte Virtual Operations Support Teams (VOST). So setzt beispielsweise die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) 25 digital Freiwillige in einem VOST ein. "Ein VOST analysiert in definierten Einsatzstrukturen große Datenmengen und stellt Informationsprodukte Entscheidern in der Gefahrenabwehr zur Verfügung. Dabei agiert das Team als virtuelle Einheit und wird disloziert vom eigentlichen Einsatzgeschehen tätig" erklärt Ramian Fathi, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um weitere drei Jahre geförderte Forschungsprojekt "Aktive Partizipation und Motivation professionalisierter Digitaler Freiwilliger Helfergruppen: Verteilte Entscheidungsfindung und deren Einfluss auf Katastrophenschutzorganisationen" untersucht in der 2. Phase des Schwerpunktprogramms "Volunteered Geographic Information: Interpretation, Visualisierung und Social Computing" diese Entwicklungen. Bereits in der 1. Phase untersuchten Mitarbeiter des Lehrstuhls digitale Helfergruppen in der humanitären Hilfe.

Anhand von Beobachtungsstudien in Einsätzen und Übungen mit digital Freiwilligen werden kollaborative und verteilte Entscheidungsfindungsprozesse analysiert. Durch Workshops mit Entscheidern und digital Freiwilligen, internationalen Befragungen und durch Experteninterviews sollen Entscheidungsfindungsmodelle entwickelt werden, um Anforderungen an zukünftige entscheidungsunterstützende Systeme für den Bevölkerungsschutz zu identifizieren.

Kontakt
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Frank Fiedrich, fiedrich{at}uni-wuppertal.de
M.Sc. Ramian Fathi
, fathi{at}uni-wuppertal.de

Lehrstuhl für Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit
Bergische Universität Wuppertal

Gaußstraße 20
42119 Wuppertal

Internet:
https://www.buk.uni-wuppertal.de/
https://www.vgiscience.org/